TUI Field to Fork Austria

TUI Field to Fork Austria

Projektstandort
Österreich (Tiroler Unterland und Region Innsbruck)
Projektzeitraum
1. September 2026 - 31. August 2028
Ansprechpartnerin
Tatjana PetersTatjana Peters

Projektpate
TUI Care Foundation
Projektpartner
BIO Austria, Institute of Tourism Sustainability GmbH

Das gemeinsame Projekt "TUI Field to Fork Austria" mit der TUI Care Foundation bringt Betriebe der Landwirtschaft und des Tourismus zusammen. Gemeinsam werden Maßnahmen umgesetzt, um regional erzeugte Lebensmittel und Hofkultur zu einem festen Bestandteil des regionalen Urlaubsangebotes zu machen.

TUI Field to Fork Austria

Projektziele

  • Unterstützung von Landwirten bei der Anwendung von Anbaumethoden, die Bodengesundheit und die Biodiversität verbessern und die Anpassung an den Klimawandel fördern.

  • Vernetzung der Akteure aus Landwirtschaft und Tourismus, um die Nachfrage nach Produkten, die nach regenerativen Prinzipien angebaut sind, zu steigern.

  • Schaffung von touristischen Erlebnissen, mit denen Gäste die traditionelle Landwirtschaft und regionale Küche erleben können.

  • Schaffung eines skalierbaren Modells für regenerativen Agrotourismus, das auf andere österreichische Destinationen übertragbar ist.

Tiroler Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen

Die Landwirtschaft in Tirol ist geprägt von ihrer alpinen Lage, kleinbäuerlichen Betrieben und einem hohen Anteil an Grünlandnutzung. Eine zentrale Herausforderung ist die topographische Lage, da rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Berggebieten liegen. Das steile Gelände erschwert die Nutzung von Maschinen, erhöht die Produktionskosten und macht die Bewirtschaftung arbeitsintensiver. Gleichzeitig beeinflussen kleinstrukturierte landwirtschaftliche Betriebe und der Generationenwechsel bzw. Abwanderung der jungen Generation die langfristige Zukunftsfähigkeit.

Klimawandel, Bodendegradation sowie der Verlust der Artenvielfalt sorgen für zusätzlichen Druck.

Trotz dieser Herausforderungen spielt die Landwirtschaft in Tirol eine entscheidende Rolle für den Landschaftserhalt, die Biodiversität und die regionale Wertschöpfung.

Gleichzeitig ist der Tourismussektor stark von intakten Landschaften, lokaler Kultur und hochwertigen regionalen Lebensmitteln abhängig.

Dieses Projekt begegnet diesen miteinander verknüpften Herausforderungen, indem es regenerative Landwirtschaft als ganzheitliche, klimaresiliente Lösung einführt und die Verbindungen zwischen Biobauern und der Tourismusbranche stärkt.

Die Erkenntnisse werden in einem digitalen Leitfaden zusammengefasst, der weiteren Regionen in Österreich als Anleitung dienen soll.

Was „regenerativ“ in diesem Projekt bedeutet

Der Begriff wird unterschiedlich verwendet. Im Projekt gilt eine feste Arbeitsdefinition: Ein Betrieb wendet regenerative Landwirtschaft an, wenn er mindestens eine von vier Methoden umsetzt.

  • Gründüngung, Untersaaten oder Mischkulturen

  • Pflanzenstärkung, etwa mit Pflanzenstärkungsmitteln, Fermenten oder Tees

  • „Immergrün“-System: Der Boden bleibt ganzjährig bedeckt

  • Aufbereitung von Wirtschaftsdünger, zum Beispiel mit Mikroorganismen oder Kompostpräparaten.

Alle teilnehmenden Betriebe wirtschaften bereits biologisch. Wenn im Projekt von „regenerativ erzeugten“ Produkten die Rede ist, sind damit Erzeugnisse gemeint, die nach diesen Projektkriterien hergestellt wurden.

Unterstützung von Landwirt:innen

Rund 25 Betriebe, je etwa zur Hälfte Grünland und Ackerbau, werden intensiv durch Schulungen und fachliche Unterstützung begleitet, regenerative Anbaumethoden anzuwenden. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Einbindung von Landwirtinnen und jüngeren Hofnachfolger:innen, um die langfristige Zukunftsfähigkeit und geschlechtergerechte Innovationen in der Landwirtschaft zu sichern.

Darüber hinaus werden die Möglichkeiten einer Zertifizierung für regenerative Landwirtschaftsbetriebe im Rahmen des Projektes geprüft und bei Bedarf, interessierte Betriebe unterstützt, diese Zertifizierung zu erreichen.

Die Grünlandbetriebe stammen aus den Bezirken Kufstein und Kitzbühel, die Ackerbaubetriebe aus Schwaz und Innsbruck-Land. Schwerpunkt der Erzeugnisse sind Milch und Getreide. Zu Beginn werden auf jedem Betrieb Bodenproben genommen und ausgewertet. Auf dieser Grundlage erarbeitet unser Umsetzungspartner BIO AUSTRIA gemeinsam mit den Landwirt:innen individuelle Strategien für eine nachhaltige und regenerative Landschaft (bspw. Maßnahmen, die die Bodengesundheit verbessern). Nach der Maßnahmenumsetzung folgt eine zweite Bodenprobenanalyse, um die Wirksamkeit und Ergebnisse der Maßnahmen zu beurteilen.

Zusätzlich sollen etwa 70 weitere Landwirt:innen über Informationsveranstaltungen erreicht werden.

Vom Feld in die Küche auf den Teller

Mindestens zehn Verarbeitungsbetriebe stärken ihre Kenntnisse zu den Prinzipien regenerativer Landwirtschaft und ihre Bedeutung für die Region Tirol. Gemeinsam entwickeln sie mit den teilnehmenden Landwirt:innen auf der Basis neue Produkte aus den ausgewählten Rohstoffen, zum Beispiel Brot, Müsli, Käse oder Joghurt. Runde Tische sollen Erzeuger, Verarbeiter und Großhandel zusammenführen.

Mindestens acht Hotels und Gastronomiebetriebe erhalten intensive Unterstützung, regenerativ erzeugte Produkte in ihren Einkauf sowie gastronomisches Angebot zu integrieren. Darüber hinaus werden 200 Fachkräfte aus Hotellerie, Küche, Einkauf und Service ins Programm eingebunden. Ihnen stehen bspw. angepasste Schulungsunterlagen zur Verfügung, die auf bestehenden Materialien wie dem Futouris-Toolkit zu nachhaltigerem Speisen-Management aufbauen.

Diese neuen Partnerschaften zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Großhändlern und Tourismusunternehmen sollen dazu beitragen, verlässlichere regionale Lieferketten aufzubauen und zusätzliche Absatzmöglichkeiten für regional erzeugte Lebensmittel zu schaffen.

Authentische Erlebnisse für Gäste

Gemeinsam mit den teilnehmenden Landwirt:innen, Hotel- und Gastronomiebetrieben sowie Tourismusverbänden und Reiseveranstaltern werden mindestens drei Angebote entwickelt, mit denen Gäste die regionale Kulinarik und Kultur erleben können. Dazu gehören bspw. Hofbesuche mit Verkostung, Kochworkshops, mehrtägige Genussreisen sowie sogenannte „Meet the Maker“-Formate, die Erzeuger:innen direkt vorstellen.

Mindestens zehn Menschen mit Behinderung sollen in Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen Aufgaben übernehmen, etwa beim Verpacken von Produkten oder beim Vorbereiten von Verkostungsproben.

Unterstützung durch das Land Tirol

Das gemeinsame Projekt ist Teil des internationalen TUI Field to Fork Programms der TUI Care Foundation. Das Land Tirol unterstützt das zweijährige Projekt zusätzlich finanziell über die Bereiche Landwirtschaft, Tourismus und Landesentwicklung im Rahmen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Die Zusammenarbeit verfolgt das gemeinsame Ziel, regionale Wertschöpfung zu stärken und Umweltschutz, widerstandsfähige Landwirtschaft und Tourismus miteinander zu verbinden.

Projektaktivitäten

Folgende Aktivitäten sind geplant:

  • Durchführung von Informationsveranstaltungen für Landwirtinnen und Landwirte sowie für Tourismusbetriebe

  • Entwicklung eines Trainingsprogramms für Landwirt:innen mit Fokus auf Anwendung von nachhaltigen und regenerativen Bewirtschaftungspraktiken

  • Individuelle, intensive Beratung für rund 25 landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen des entwickelten Trainingsprogramms auf Grundlage der durchgeführten Bodenprobenanalysen

  • Bewertung der Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen aus Basis von Folgeanalysen

  • Entwicklung und Präsentation von „regenerativen Leuchtturm-Betrieben“ mit engagierten Landwirten, von denen andere lernen können

  • Durchführung von Schulungen für Verarbeitungsbetriebe und gemeinsame Entwicklung von neuen, regenerativ erzeugten Produkten

  • Intensive Unterstützung für mindestens acht Hotels und Gastronomiebetriebe bei der Integration von regenerativ erzeugten Produkten in ihren Einkauf sowie gastronomischem Angebot

  • Stärkung der Beziehungen zwischen Landwirt:innen, Verarbeitungsbetrieben sowie Händlern bspw. durch Runde Tische

  • Entwicklung von mindestens drei touristischen Gästerlebnissen gemeinsam mit teilnehmenden Tourismusverbänden und Betrieben

  • Erstellung eines digitalen Leitfadens für den Transfer in andere Regionen Österreichs