Klimawirkung im Produktportfolio: Messen - Analysieren - Reduzieren

Klimawirkung im Produktportfolio: Messen - Analysieren - Reduzieren

Projektstandort
Deutschland
Projektzeitraum
1. Januar 2024 - 30. November 2024
Ansprechpartnerin
Swantje LehnersSwantje Lehners

Projektpate
DERTOUR Group, Hotelplan Group, Gebeco, Chamäleon, Reisen mit Sinnen
Projektpartner
Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa GmbH, mascontour

Das Projekt „Klimawirkung im Produktportfolio: Messen - Analysieren - Reduzieren“ im Rahmen des LIFT Transformation Programms des BMWK zielt darauf ab, gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Instrumente und Schulungsprogramme zu entwickeln, um klimabezogene Daten und Informationen stärker in die Produktentwicklung und -steuerung von Reiseveranstaltern einzubeziehen. Dadurch sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, klimabezogene Aspekte systematischer in Produktentscheidungen zu berücksichtigen und entsprechende Handlungsoptionen abzuleiten.

Klimawirkung im Produktportfolio: Messen - Analysieren - Reduzieren

Projektziele

  • Schaffung von Transparenz hinsichtlich klimabezogener Kennzahlen der angebotenen Produkte im Produktmanagement von Reiseveranstaltern.

  • Entwicklung und Erprobung praxistauglicher Instrumente für die stärkere Berücksichtigung klimabezogener Daten in der Produktentwicklung und -steuerung.

  • Sensibilisierung von Management und Mitarbeiter:innen für die klimabezogenen Auswirkungen der angebotenen Produkte sowie mögliche Handlungsoptionen.

  • Entwicklung von Ansätzen zur stärkeren Berücksichtigung klimabezogener Kriterien im Produktportfolio, beispielsweise durch Anpassungen von Reisedistanzen und Reisedauern, Routenoptimierungen, die Integration entsprechender Kriterien in die Partnerauswahl sowie die stärkere Einbindung emissionsärmerer Mobilitätsformen wie Bahn oder Bus.

Von der Analyse bis zur Umsetzung durch innovative Tools

Im Projekt wurden verschiedene Instrumente zur Unterstützung des Produktmanagements entwickelt: So unterstützt der Travel Emissions Tracker bei der Analyse emissionsbezogener Daten von Reiseangeboten. Der umfassende Maßnahmenkatalog bietet Hinweise und Praxisbeispiele für die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Ein speziell auf Produktmanager:innen zugeschnittenes Schulungsprogramm ergänzt das Angebot durch fachliche Impulse und praktische Hinweise.

Zum Toolkit

Klimawirkung im Produktportfolio: Messen - Analysieren - Reduzieren

Es besteht ein breiter fachlicher Konsens darüber, dass die Verringerung von Treibhausgasemissionen im Tourismussektor eine wichtige Rolle bei der Erreichung internationaler Klimaziele spielt. In der Praxis fehlt es jedoch häufig an geeigneten Instrumenten und konkreten Ansätzen, um entsprechende Informationen systematisch in Produktentscheidungen einzubeziehen.

Neben der Darstellung von Emissionsdaten am Point-of-Sale als mögliche Informationsgrundlage für Endkund:innen und Beratungsinstrument für den Vertrieb (siehe Projekt „Entscheidungskriterium Klimaschutz“) soll die Transparenz zu emissionsbezogenen Daten von Reisen auch im Produktmanagement von Reiseveranstaltern genutzt werden. Ziel ist es, relevante Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen und Unternehmen dabei zu unterstützen, klimabezogene Aspekte stärker in die Entwicklung und Steuerung ihrer Angebote einzubeziehen.

Ein wichtiger Aspekt hierbei ist neben Reisedistanzen und Reisedauern insbesondere die Berücksichtigung unterschiedlicher Mobilitätsformen innerhalb touristischer Angebote.

Co-Creation Prozess für die Berücksichtigung klimabezogener Kriterien

Genau hier setzt das Futouris-Projekt „Klimawirkung im Produktportfolio: Messen - Analysieren - Reduzieren“ an, das im Rahmen des LIFT Transformation Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wurde.

Bis Ende 2024 wurden in einem Co-Creation-Prozess mit Vertreter:innen aus Wissenschaft sowie acht Mitgliedsunternehmen von Futouris und dem forum anders reisen praxistaugliche Leistungskennzahlen (KPI), Analyseinstrumente und Schulungsprogramme entwickelt, um klimabezogene Daten stärker in die Produktentwicklung und -steuerung einzubeziehen.

Die entwickelten Instrumente und Erkenntnisse sollen Unternehmen dabei unterstützen, klimabezogene Informationen systematischer in Produktentscheidungen einzubeziehen und geeignete Maßnahmen für ihre Produktportfolios abzuleiten.

Arbeitsschritte zur erfolgreichen Umsetzung der Projektziele

Im ersten Schritt wurden Grundlagen und Rahmenbedingungen bei den teilnehmenden Unternehmen erfasst. Dies beinhaltet die Identifikation relevanter Planungstools und Entscheidungsprozesse im Produktmanagement zur Integration von Emissionsdaten in die Produktgestaltung.

Im Rahmen eines Kickoff-Workshops mit den Pilotunternehmen wurden erste Ansätze für KPI, Analyseinstrumente und Schulungsprogramme entwickelt sowie zentrale Fragestellungen diskutiert.

Anschließend stand die Entwicklung von Analyseinstrumenten und KPI im Fokus. Diese sollen dabei unterstützen, Produktportfolios unter Berücksichtigung von Emissionsdaten zu analysieren. Darauf aufbauend erfolgte die Betrachtung verschiedener Handlungsoptionen für die Produktgestaltung sowie die Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs für die Weiterentwicklung von Reiseangeboten.

Weiterhin konzentrierte sich das Projekt auf die Sensibilisierung relevanter Mitarbeiter:innen durch geeignete Schulungsformate und -programme. Dies umfasst Präsenzveranstaltungen, Webinare und E-Learnings, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Verschiedene Stakeholder, Abteilungen und Hierarchieebenen wurden einbezogen, um ein breites Verständnis für emissionsbezogene Auswirkungen von Reiseangeboten und mögliche Handlungsoptionen zu fördern.

Im letzten Schritt erfolgte die Erprobung, Optimierung und Verbreitung der entwickelten Ansätze. Produktanalysen bei den Pilotunternehmen, die Identifizierung wesentlicher Emissionstreiber sowie die Entwicklung möglicher Handlungsoptionen sind Teil dieses Prozesses.

Ein kontinuierlicher Feedbackprozess ermöglichte die Optimierung der entwickelten Konzepte und Instrumente. Die finalen Ergebnisse wurden veröffentlicht und der Branche zur Verfügung gestellt.

Zu den Tools

Projektaktivitäten

Folgende Aktivitäten wurden umgesetzt:

  • Entwicklung von KPI und Analyseinstrumenten zur Berücksichtigung klimabezogener Daten im Produktportfolio

  • Entwicklung von Ansätzen für die Einbeziehung klimabezogener Kriterien in die Produktgestaltung

  • Entwicklung bedarfsgerechter Schulungsprogramme

  • Erprobung der Instrumente und Feedback-Prozess zur Optimierung

  • Veröffentlichung der finalen Ergebnisse und Kommunikation in die Branche

Die Berücksichtigung von Emissionsdaten in touristischen Produktportfolios erfordert geeignete Instrumente und konkrete Handlungsansätze. Hier setzt das Projekt an – es wurden praxistaugliche Werkzeuge entwickelt, die in bestehende Produktplanungsprozesse integriert werden können.

Förderprogramm „LIFT Transformation“

Mit dem Förderprogramm „LIFT Transformation“ verfolgt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) das Ziel, die Tourismuswirtschaft dabei zu unterstützen, sich mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sowie aktuellen Zukunftsherausforderungen des Sektors auseinanderzusetzen.

Dabei sollen praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet werden, die Unternehmen bei der Berücksichtigung entsprechender Nachhaltigkeitsaspekte unterstützen können.