:format(webp))
Klimabewusst reisen
Die Verfügbarkeit nachvollziehbarer und vergleichbarer Emissionsdaten gewinnt für Unternehmen, Vertrieb und Reisende zunehmend an Bedeutung. Das Branchenprojekt „Klimabewusst reisen“ verfolgte das Ziel, eine einheitliche Grundlage für die Berechnung, Bereitstellung und Nutzung von Emissionsdaten entlang der touristischen Wertschöpfungskette zu schaffen.
:format(webp))
Durch gemeinsame Standards und digitale Lösungen sollen Emissionsdaten touristischer Leistungen nachvollziehbar erfasst, einheitlich aufbereitet und für Unternehmen sowie Reisende verfügbar gemacht werden.
Projektziele
Entwicklung eines Standards zur Berechnung von CO₂e-Emissionen entlang der touristischen Wertschöpfungskette
Förderung einer branchenweiten Anwendung des Standards
Digitale Bereitstellung einheitlicher und nachvollziehbarer Emissionsdaten
Unterstützung einer transparenten Darstellung von Emissionsdaten für Produktverantwortliche, Vertrieb und Reisende
Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen für die Berücksichtigung von Emissionsdaten in Produktentwicklung, Vertrieb und Reiseplanung

Transparenz und Vergleichbarkeit von Emissionsdaten schaffen
Für die Einordnung von Emissionsdaten touristischer Angebote ist eine einheitliche Berechnungsgrundlage erforderlich. Da die Emissionsberechnung unterschiedlicher Reisebestandteile häufig auf verschiedenen Methoden und Datenquellen basieren, besteht die Herausforderung darin, vergleichbare und nachvollziehbare Berechnungen entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette zu ermöglichen.
Vor diesem Hintergrund haben Futouris und seine Mitglieder das Branchenprojekt „Klimabewusst reisen“ ins Leben gerufen. Ziel war die Entwicklung eines gemeinsamen Standards zur Berechnung von CO₂e-Emissionen touristischer Leistungen.
Im Auftrag von Futouris und DER Touristik hat das Zentrum für nachhaltigen Tourismus (ZENAT) vorab bestehende Klimabilanzierungsansätze untersucht und bewertet. Die Analyse zeigte, dass bereits Berechnungsmethoden für einzelne Reisebestandteile existieren, jedoch bislang kein einheitlicher Standard verfügbar war, der die unterschiedlichen Elemente einer Reise in einer gemeinsamen Methodik zusammenführt.
Entwicklung eines gemeinsamen Branchenstandards
In der ersten Projektphase wurde eine Berechnungsgrundlage für Emissionsdaten touristischer Angebote entwickelt. Dabei wurden insbesondere folgende Reisebestandteile berücksichtigt:
Flug
Bahn
Bus
KFZ
Hotel
Für diese Bereiche wurden bestehende Berechnungsmethoden analysiert, verglichen und weiterentwickelt. Wo erforderlich, wurden zusätzliche methodische Ansätze ergänzt.
Nach Verabschiedung durch die Futouris-Mitgliederversammlung wurde der Standard zur weiteren Entwicklung an den Verein KlimaLink e.V. übergeben. Dort werden die Berechnungsmethoden gemeinsam mit Unternehmen und Expert:innen kontinuierlich überprüft und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Datenquellen angepasst.
Der Standard bildet die Grundlage für die einheitliche Berechnung und Bereitstellung von Emissionsdaten touristischer Angebote.
Der Klimawandel verändert unsere Welt und ist damit eine der größten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts.
Folgende Aktivitäten wurden umgesetzt
Phase 1: Standardentwicklung
Im ersten Schritt wurden bestehende Methoden zur Berechnung von Emissionen einzelner Reisebestandteile analysiert und Lücken identifiziert. Darauf aufbauend wurden zusätzliche Berechnungsansätze entwickelt, bestehende Methoden weiterentwickelt und alle Ergebnisse zu einem gemeinsamen Standard zusammengeführt. Abschließend erfolgte die Abstimmung mit Unternehmen und weiteren Stakeholdern der Branche. Zusätzlich wurden organisatorische und technische Voraussetzungen für die langfristige Anwendung des Standards geschaffen.
Phase 2: Umsetzung und Systemintegration
In der zweiten Projektphase stand die Integration der Emissionsdaten in die technische Infrastruktur der Tourismusbranche im Mittelpunkt. Ziel war es, die Berechnung und Bereitstellung von Emissionsdaten verschiedener Reisebestandteile in digitalen Systemen zu ermöglichen und die Nutzung dieser Informationen entlang touristischer Vertriebs- und Buchungsprozesse zu unterstützen.
Zur langfristigen Bereitstellung der Daten wurde im Oktober 2022 der Verein KlimaLink e.V. gegründet.
KlimaLink: Einheitliche Emissionsdaten für die Reisebranche
KlimaLink stellt Emissionsdaten für touristische Leistungen auf Basis eines gemeinsamen, ISO-konformen Berechnungsstandards digital bereit. Ziel ist es, Unternehmen der Reisebranche einen zentralen Zugang zu einheitlich berechneten Emissionsdaten verschiedener Reisebestandteile zur Verfügung zu stellen. Dadurch können Informationen aus unterschiedlichen Bereichen auf einer gemeinsamen Datengrundlage zusammengeführt werden.
Gemeinsam mit dem Partner atmosfair wurde die technische Plattform entwickelt und mit Mitgliedsunternehmen erprobt. Seit 2024 steht die Plattform der Branche zur Verfügung. Aktuell können Emissionsdaten für verschiedene Reisebestandteile wie Flug, Hotel, Bus oder Pkw abgerufen werden. Weitere touristische Leistungen sollen schrittweise ergänzt werden. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die technische Integration in bestehende Buchungs- und Vertriebssysteme. Dadurch können Emissionsdaten unmittelbar in relevanten Informations- und Buchungsprozessen verfügbar gemacht werden.
Mittlerweile engagieren sich zahlreiche Verbände, Unternehmen und Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei KlimaLink. Unterstützt wird das Branchenprojekt unter anderem von den Tourismusverbänden DRV, ÖRV und SRV.
Darstellung von Emissionsdaten im Buchungsprozess
Damit Emissionsdaten bei Reiseentscheidungen nachvollziehbar eingeordnet werden können, sollten sie verständlich und transparent dargestellt werden. Im über das LIFT Klima Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Projekt „Entscheidungskriterium Klimaschutz“ wurden gemeinsam mit ZENAT, NIT und dem DRV Ansätze für die Darstellung von Emissionsdaten im touristischen Vertrieb entwickelt.
Ein Bestandteil dieser Darstellung ist die Einordnung von Emissionsdaten in einen größeren Kontext. Dadurch sollen Nutzer:innen die angegebenen Werte besser verstehen und unterschiedliche Angebote leichter vergleichen können.
Mehr über das Projekt erfahren
Transparenz beim Reisen: Emissionsdaten verständlich erklärt
Ergänzend wurden Informations- und Kommunikationsmaterialien entwickelt, die Grundlagen zur Berechnung und Einordnung von Emissionsdaten erläutern und eine verständliche Darstellung im touristischen Kontext unterstützen.
Emissionsdaten als Grundlage für Produktentscheidungen
Die Bereitstellung nachvollziehbarer Emissionsdaten kann Unternehmen dabei unterstützen, klimabezogene Informationen stärker in Produktentwicklungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund wurden im Projekt „Klimawirkung im Produktportfolio: Messen – Analysieren – Reduzieren“ Instrumente und Schulungsformate entwickelt, die Unternehmen bei der Analyse und Berücksichtigung von Emissionsdaten im Produktmanagement unterstützen.
Die dort entwickelten Ansätze helfen dabei, Emissionsdaten systematischer auszuwerten und als zusätzliche Informationsgrundlage in Produktentscheidungen einzubeziehen.
Jetzt mehr über das Projekt erfahren: Klimawirkung im Produktportfolio

:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))
:format(webp))