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WWF-Leitfaden „Schritt für Schritt zu einer Biodiversitätsstrategie im Tourismus“ veröffentlicht
Seit Anfang 2025 haben unsere Pilotunternehmen im Futouris-Branchenprojekt „Biodiversität im Tourismus“ Schritt für Schritt eigene Biodiversitätsstrategien entwickelt. Der WWF Deutschland hat die erprobten Schritte nun ausführlich beschrieben und in einem Leitfaden zusammengefasst. Der Leitfaden richtet sich an touristische Unternehmen, die mithilfe des Leitfadens ihre individuelle Strategie in sechs Schritten entwickeln können. Diese Strategie dient als Basis für konkrete Ziele und Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt.
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Die sechs Schritte im Überblick
Der Leitfaden beschreibt die sechs Schritte hin zu einer Biodiversitätsstrategie:
Analysieren: Hier gehört das Stakeholder-Mapping, die Erfassung und Analyse der Wertschöpfungskette sowie die Wesentlichkeitsanalyse, in der bewertet wird, welche Auswirkungen auf die Natur für das einzelne Unternehmen besonders relevant sind.
Priorisieren: Mit einem dreistufigen Filter werden Destinationen identifiziert, in denen das Biodiversitätsrisiko hoch ist und das Unternehmen zugleich besonders viel bewirken kann.
Ziele setzen: Die Ergebnisse der Analyse werden zu einer unternehmensweiten Vision, ambitionierten mittel- bis langfristigen Zielen und einem Aktionsplan zusammengeführt.
Umsetzen: Maßnahmen werden auf drei Ebenen umgesetzt: im eigenen Betrieb, in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sowie in den priorisierten Destinationen.
Mobilisieren: Unternehmen setzen sich gegenüber Politik, Gästen, Mitarbeitenden, Lieferanten, Gemeinden und Partnern für den Schutz der Natur ein und können, wo möglich, branchenübergreifende Allianzen anstoßen.
Erreichen: Im letzten Schritt geht es darum, Ergebnisse zu messen und Fortschritte zu überprüfen. Dafür werden Monitoring und Evaluation aufgesetzt und der Stand mit den Zielen des globalen Naturabkommens abgeglichen.
Der Leitfaden enthält Hilfsmittel wie Übersichten und Modelle zur Analyse sowie Beispiele aus der Praxis der beteiligten Unternehmen. Methodisch orientiert er sich unter anderem an den Science Based Targets for Nature (SBTN) und dem One Planet Business Framework des WWF.
Leitfaden herunterladen
Was in Phase 1 des Branchenprojektes passiert ist
Erprobt wurden die Schritte in Phase 1 unseres Branchenprojektes gemeinsam mit Chamäleon, der DERTOUR Group, schauinsland-reisen, TUI Cruises und der TUI Group begleitet von unseren Partnern WWF Deutschland und mascontour. Die Unternehmen haben zunächst ihre Stakeholder und ihre Wertschöpfungskette analysiert, vom Kerngeschäft bis zu Anreise, Mobilität vor Ort und Lieferketten. In einer Wesentlichkeitsanalyse haben sie aus einer umfassenden Longlist eine Shortlist der wesentlichen Auswirkungen auf die Natur erarbeitet.
Dabei zeigten sich Auswirkungen vor allem in diesen Bereichen:
- Treibhausgasemissionen
- Verschmutzung von Land, Wasser und Luft
- Nutzung natürlicher Ressourcen und Zerstörung von Ökosystemen
- Risiken durch invasive Arten.
Mit dem WWF Biodiversity Risk Filter wurden außerdem Hotspot-Analysen durchgeführt, um Destinationen mit besonders hohen biodiversitätsbezogenen Risiken zu identifizieren. Auf dieser Grundlage haben die Unternehmen ihre individuelle Vision, Zielen sowie konkrete Maßnahmen für ihre Biodiversitätsstrategien erarbeitet.
Eine zentrale Erkenntnis, die der Leitfaden festhält: Die größten Auswirkungen auf die Natur entstehen entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette, vor allem in den vor- und nachgelagerten Ebenen. Die Herausforderungen sind nur gemeinsam und koordiniert zu bewältigen.
Wie es weitergeht
Seit Frühsommer 2026 läuft Phase 2 unseres Projektes. Gemeinsam mit den Praxispartnern adelphi und mascontour setzen insgesamt sieben Betriebe Maßnahmen in ihren Betrieben und Lieferketten um. Die Erfahrungen fließen in praxistaugliche Tools und Leitfäden für die gesamte Branche ein.
Alle im Projekt entwickelten Templates und Erkenntnisse stellen wir kostenfrei in unserem Biodiversitäts-Toolkit in der Wissenswelt auf der Futouris-Website bereit. Die Ergebnisse aus Phase 1 werden dort Anfang 2027 veröffentlicht.
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