Phase 2 des Futouris-Branchenprojekts für Biodiversität im Tourismus gestartet

Phase 2 des Futouris-Branchenprojekts für Biodiversität im Tourismus gestartet

Tatjana Peters Tatjana Peters
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Futouris ist in die zweite Phase des Branchenprojekts „Biodiversität im Tourismus: Bewahren, um zu erleben“ gestartet und treibt damit die konkrete Umsetzung von Biodiversitätsschutzmaßnahmen in der Tourismusbranche voran. Nach der erfolgreichen Analyse biodiversitätsrelevanter Auswirkungen touristischer Aktivitäten und relevanter Handlungsfelder in der ersten Projektphase, steht nun die praktische Umsetzung konkreter Maßnahmen in touristischen Betrieben im Mittelpunkt.

Gemeinsam mit den Projektpartnern adelphi und mascontour, fünf Pilotbetrieben der Futouris-Mitglieder DERTOUR Group, schauinsland-reisen und Visit Finland sowie Kreuzfahrtschiffen von TUI Cruises werden in zwei Modulen konkrete Maßnahmen entwickelt und erprobt.

Ziel ist es, negative Auswirkungen touristischer Aktivitäten auf die Biodiversität systematisch zu reduzieren und Maßnahmen wie die Analyse von Lieferketten, die Reduzierung biodiversitätskritischer Risiken und die Berücksichtigung biodiversitätsrelevanter Kriterien im Betrieb zu verankern.

 

Zwei Module für die Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekten in der touristischen Praxis

Im ersten Modul („Biodiversität im Hotelbetrieb“) steht der Hotelbetrieb in Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen im Fokus. Gemeinsam mit den teilnehmenden Betrieben, dem Urban Nature St. Peter-Ording, dem Aldiana Club Andalusien sowie den MeinSchiff-Flotte von TUI Cruises werden individuelle Biodiversitätsprofile erstellt und wesentliche Handlungsfelder identifiziert. Dazu zählen unter anderem Wasser- und Energieverbrauch, Abfallmengen sowie Flächennutzung. Auf dieser Grundlage entwickeln die teilnehmenden Betriebe gemeinsam mit den Projektpartnern konkrete Maßnahmen und setzen diese um, um biodiversitätsrelevante Auswirkungen in Betriebsabläufe zu reduzieren.

Das zweite Modul („Biodiversität in der F&B Lieferkette“) widmet sich dem Einfluss von Speisen- und Getränkeangeboten auf die Biodiversität. An diesem Modul nehmen die Hotels Aldiana Club Andalusien, R2 Rio Calma, R2 Bugainvilla, die Haltia Lake Lodge sowie die MeinSchiff-Flotte von TUI Cruises teil. Im Fokus stehen die Analyse von Lieferketten, die Identifikation biodiversitätskritischer Rohstoffe sowie die Entwicklung von Kriterien für eine Beschaffung und Menügestaltung unter Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekten.

 

Große Hebelwirkung entlang der touristischen Wertschöpfungskette

Hotels und Kreuzfahrtschiffe spielen eine zentrale Rolle im Projekt, da sie sowohl durch ihren operativen Betrieb als auch durch globale Lieferketten die biologische Vielfalt erheblich beeinflussen. Gleichzeitig bietet die Branche großes Potenzial, durch gezielte Maßnahmen positive Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette anzustoßen.

 

Datenerhebung in den Betrieben als Basis

Die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen bildet die Datenerhebung in den Betrieben. Mit Hilfe von praxisnahen Templates erfassen die teilnehmenden Pilotbetriebe in den nächsten Wochen Kennzahlen wie bspw. den Wasser- und Energieverbrauch pro Gastnacht oder die Menge und Herkunft eingekaufter Lebensmittel in verschiedenen Kategorien. Die in Modul A erfassten Daten werden unter Berücksichtigung des Hoteltyps und Standortes mit branchentypischen Kennzahlen verglichen und für die Erstellung eines individuellen Biodiversitätsprofils genutzt. In Modul B wird auf Grundlage der erfassten Daten ein Biodiversitäts-Risiko-Assessment für den F&B Bereich sowie ein Kriterienkatalog mit konkreten Maßnahmen erstellt.

 

Praxistaugliche Lösungen für die gesamte Tourismusbranche

Das Projekt läuft von April 2026 bis Ende 2027 und zielt darauf ab, konkrete Lösungen, praxistaugliche Tools und branchenspezifische Leitfäden zu entwickeln, die über die beteiligten Pilotbetriebe hinaus Anwendung finden und der gesamten Tourismusbranche zur Verfügung gestellt werden. Futouris leistet mit dem Projekt einen wichtigen Beitrag dazu, Biodiversität als festen Bestandteil einer nachhaltigeren Tourismusentwicklung zu etablieren. Gleichzeitig werden Unternehmen dabei unterstützt, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Attraktivität von Reisezielen langfristig zu erhalten – und damit die Basis ihres wirtschaftlichen Erfolgs zu sichern.

Zum Projekt

Ziel des Futouris Branchenprojektes ist es, den Beitrag des Tourismus zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Biodiversität in touristischen Destinationen zu maximieren, negative Auswirkungen zu verringern und konkrete Maßnahmen in allen Prozessen des touristischen Kerngeschäftes zu verankern.

Zum Projekt