Tropenwaldschützer, Kuba

Der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark im Osten Kubas liegt in den wenig erschlossenen Provinzen Guantánamo und Holguin. Dieser letzte große zusammenhängende Tropenwald auf Kuba steht seit 2001 auf der Liste des UNESCO Weltnaturerbes. Mit einer Fläche von mehr als 700 km² hat das Naturschutzgebiet mit seinen Mangrovenwäldern eine enorme Bedeutung als natürlicher Wasserspeicher für die Region. Der Park ist ein beliebtes Tourismusziel und beherbergt zahlreiche Arten der karibischen Flora und Fauna, die es nur hier gibt und die vom Aussterben bedroht sind. Die Artenvielfalt gehört mit geschätzten 1.800–2.000 Arten zu den größten weltweit.

Ein großes Problem der Region ist, dass die Erträge der Kleinbauern, die in der Randzone des Nationalparks teilweise ohne Strom und sauberes Trinkwasser leben, nicht ausreichen, um ihre Familien zu ernähren. Deshalb haben die Bauern neue Flächen im Schutzgebiet selbst gerodet und ihre Nutztiere ungehindert umher laufen lassen, was Kahlfraß sowie eine starke Bodenerosion mit negativen Auswirkungen auf Grundwasser und Bodenfruchtbarkeit zur Folge hatte. Trotz der Ausweisung von Schutzgebieten schreiten der Rückgang der natürlichen Waldflächen und die Verarmung der Bestände durch den Einschlag von Bau- und Feuerholz weiter fort. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die ortsansässige Bevölkerungen über die Auswirkungen ihres Handelns nicht ausreichend im Klaren ist.

Ziel des Projektes ist daher, die Verbesserung der Lebensbedingungen der Familien im Naturschutzgebiet und ihre Einbeziehung in die Erhaltung und touristische Nutzung des Parks. Neben den Verbesserungen der Produktionsbedingungen sind Umweltbildung und Bewusstseinswandel wichtige Faktoren des Projekts. Außerdem soll eine Saatgutbank den Baumschulen im Gebiet Samen von bedrohten Baumarten für Wiederaufforstungsmaßnahmen zur Verfügung stellen, die von der Bevölkerung als Arbeitsleistung durchgeführt werden. Alle Bewohner sollen in Zusammenarbeit mit der Nationalpark-Verwaltung, Vertretern des Umweltministeriums sowie weiteren Lehrkräften umweltfreundliches Verhalten und das Bewusstsein für den Schutz des einzigartigen Naturraums vermittelt bekommen. Dazu werden Veranstaltungen durchgeführt und Anschauungsmaterialien entworfen und verbreitet, die sich zur Übertragung auf andere Gemeinden eignen.

Projektziele:

Das Projekt zielt darauf ab, durch die Verbesserungen der Lebensbedingungen der Bewohner der Pufferzone das touristische Potential des Humboldt-Parks zu erhalten und zu verbessern. Dies soll durch eine Verbesserung der ökonomischen und sozialen Bedingungen und Unterstützung von alternativen Einnahmequellen (z. B. Eco-Tourismus) in Kombination mit Naturschutz, Wiederaufforstung und Umweltbildung, immer unter Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen auf Kuba, ermöglicht werden.

Aktuelles aus diesem Projekt

17/12/2015

"Tropenwaldschützer" erfolgreich beendet

Im Rahmen des Futouris-Projekts "Tropenwaldschützer" im kubanischen Nationalpark Alexander-von-Humboldt wurde jetzt der Abschlussbericht vorgestellt.

Projekt-Steckbrief

Projektstandort
Alexander-von-Humboldt-Nationalpark, Kuba
Projektpate
Projektstart
01.08.2011
Projektdauer
2 Jahre
Projektkoordinatoren
Susanne Scholaen / Vera Schernus (Welthungerhilfe)
Projektpartner
ACTAF - Asociación Cubana de Técnicos Agrícolas y Forestales (nationaler Verband der Agraringenieure und Forstwirte) / Welthungerhilfe

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