Tempelretter, Kambodscha

Kambodscha in Südostasien ist reich an historischen Tempelanlagen. Hier haben Khmer Gottkönige besonders vom 9. bis 13. Jahrhundert eine große Zahl an Tempeln erbauen lassen. Ein ganz einzigartiges Bauwerk ist der Tempel „Prasat Kravan“, der heute Teil des Weltkulturerbes „Angkor Park“ ist. Die Provinzhauptstadt Siem Reap ist Ausgangspunkt für die Besichtigung der Tempel. Hier stehen Unterkünfte für „Low Budget“ Reisende genauso zur Verfügung wie Luxushotels.

Das Kölner Institut für Konservierungswissenschaft sorgt sich um den Erhalt der dramatisch gefährdeten Reliefe und Inschriften des „Prasat Kravan“ Tempels im Ankor Gebiet. Die Wissenschaftler wollen mit allen Mitteln den Verfall stoppen und so unersetzliche Kulturgüter für die Nachwelt bewahren. Gleichzeitig werden mit Hilfe eines eigens konzipierten Programmes sogenannte „Tempelretter“ ausgebildet. Das Programm soll als Standardisierungsprogramm für denkmalpflegerische Methoden dienen.

Als Prof. Dr. Hans Leisen vom Institut für Konservierungswissenschaft (CICS) an der Fachhochschule Köln 1995 zum ersten Mal nach Angkor kam, um die damals zugänglichen Tempel zu untersuchen, war eine große Zahl der Reliefs vom endgültigen Zerfall durch eine fast heimtückisch zu nennende Schadensform, die Schalenbildung, bedroht. Zum Zweck des Erhalts wurde das German Apsara Conservation Projekt (GACP) gegründet, das seither vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Fachhochschule Köln unterstützt wird. Das GACP ist das einzige Projekt in Angkor, das den Erhalt der Baudekoration mittels Konservierung zum Ziel hat und ist so gesuchter Partner für andere Projekte in Angkor.

Projektziele:

Ziel des Projektes „Tempelretter“ ist die Erhaltung der gefährdeten Bausubstanz am Tempel „Prasat Kravan“ mit einem gesamtheitlichen Ansatz, insbesondere die Konservierung der Flachreliefs im Inneren, der Inschriften auf den Türgewänden und der Reliefs auf den Türstürzen sowie den Achtecksäulen der Türkonstruktion. Hierfür werden einheimische Restauratoren in speziellen „high sophisticated“ Konservierungstechniken ausgebildet, die die Arbeiten unabhängig von der Anwesenheit der deutschen Kollegen ganzjährig durchführen können. Dabei sollen neben den eigentlichen, dringend notwendigen Konservierungsmaßnahmen auch präventive Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Nach dem Abschluss der Konservierungsarbeiten an den Reliefs und Inschriften sollen Sicherungen zum Schutz der Inschriften angebracht werden. Zudem werden spezielle Tempelguards (Tempelwächter) ausgebildet, die vor allem die stark gefährdeten Inschriften vor der vielfachen Berührung durch Touristen schützen sollen.

Projekt-Steckbrief

Projektstandort
Angkor Park, Siem Reap, Kambodscha
Projektpate
Projektstart
01.08.2011
Projektdauer
2 Jahre
Projektkoordinator
Prof. Dr. Hans Leisen
Projektpartner

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