Spurenleser, Namibia

Namibia besteht zu einem großen Teil aus Wüste. Die größte ist die Kalahari, mit einer Fläche von 1,2 Millionen km². Seit Tausenden von Jahren leben hier die Khwe (San Buschleute). Dabei haben sie Fähigkeiten und Wissen im Umgang mit der Natur erlernt, die ihre Kultur bis in die heutige Zeit geprägt haben.

Heute sehen sich die namibischen Buschleute allerdings immer stärker mit den Herausforderung der modernen Welt konfrontiert. Ihre kulturellen Gebräuche, wie das Jagen und Sammeln in der Wildnis, drohen den Khwe hierbei als erstes verloren zugehen. Zunehmend sind es vor allem rechtliche Gründe, die ihnen ihre traditionellen Praktiken, wie das Spurenlesen, verbieten. Obwohl die Jagd und das Sammeln von Früchten nicht mehr zum alltäglichen Leben gehören, ist ein erheblicher Teil der Buschleute immer noch davon abhängig. Hinzukommt, dass die meisten Kinder der Khwe im zentralistischen Schulunterricht wenig vom indigenen Wissen vermittelt bekommen, sodass diese Fähigkeiten heute als fast verloren gelten.

Der Futouris Projektpartner TEKOA (Traditional Environmental Knowledge and Outreach Academy) zielt darauf ab, indigenes Wissen und Fähigkeiten von einer Generation zur nächsten zu transferieren. Die Khwe-Ältesten werden darauf trainiert u. a. das Spurenlesen, ethno-botanische Kenntnisse, die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, traditionelle Konfliktmanagement-Strategien sowie deren Geschichte und Sprache an die jüngere Generation weiterzugeben. Zudem entwickelt TEKOA auch eine Business-Idee, die es den beteiligten Gemeinden rund um den Bwabwate Nationalpark ermöglicht, langfristig wirtschaftlich selbstständig zu werden.

Projektziele:

Ziel des Projektes „Spurenleser“ ist es, das einzigartige Wissen der Khwe auch für Touristen zugänglich zu machen. Auf diese Weise bleibt ihr kulturelles Erbe erhalten und schafft eine neue Einkommensquelle. Basierend auf den Fähigkeiten der Buschleute wird TEKOA ein touristisches Format zuerst testen und dann etablieren, das Gästen das Lesen von Spuren im Nationalpark vermittelt. Die Projektregion befindet sich zudem im KaZa TFCA, dem weltweit größten zusammenhängenden Schutzgebietskomplex und ebenfalls Futouris-Projektpartner (s. Branchenprojekt KaZa TFCA - Sustainable Lodges).

Bis Ende des Jahres 2014 soll ein marktfähiges Tracking-Programm existieren, das als ein integraler Bestandteil der Tekoa Initiative dient und von Tourismus-Unternehmen aus Deutschland und anderen Ländern angeboten werden kann. Der Erlös kommt den Khwe Gemeinden zugute. Dafür wird als erstes ein Tracking Lehrplan und ein Programm für Touristen entwickelt. Nach der Pilot Umsetzung des Wildnis Tourismus-Programms sollen Schulungsunterlagen, und Programmhefte mit Standards erstellt werden.

Aktuelles aus diesem Projekt

07/10/2014

Touristen erlernen Grundlagen des Spurenlesens

In Kooperation mit lokalen Projektträgern, welche das Trainingsprogramm vor Ort leiten, ist ein zweistündiger Rundgang entwickelt worden, bei dem Besucher die Grundlagen des Spurenlesens unter Leitung eines lokalen Khwe erlernen können.
18/09/2014

Erste Khwe als Spurenleser ausgebildet

Die ersten jungen Khwe sind bereits als Spurenleser ausgebildet und erhielten eine Schulung in der Gästebetreuung. Der erste Zwischenbericht zu unserem Projekt!

Projekt-Steckbrief

Projektstandort
Bwabwate Nationalpark, Namibia
Projektpate
Projektstart
01.03.2013
Projektdauer
2 Jahre
Projektkoordinator
Brit Reichelt Zolho
Projektpartner
USAID / IRDNC

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