Sorten orten, Teneriffa

Wie schmeckt Teneriffa? Dazu gibt es viele Assoziationen und noch mehr Fans der speziellen Inselkultur und der lokaltypischen Gaumenfreuden. Damit man auch in Zukunft weiß, wie Teneriffa schmeckt, kümmern sich engagierte Insel-Ökotrophologen um den Erhalt von seltenen landwirtschaftlichen Kostbarkeiten Teneriffas. In einer ersten Projektphase können mit Hilfe der Unterstützung des Futouris-Mitglieds TUI Österreich 24 vom Aussterben bedrohte lokale Arten sehr alter Getreide- und Gemüsesorten erhalten werden.

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln. Mit ca. 2 000 km2 Fläche und aufgrund ihrer natürlichen, sehr abwechslungsreichen Geographie, existieren hier viele unterschiedliche landwirtschaftlich genutzte Gebiete, welche ein sehr großes Potential an Kulturpflanzenvielfalt beherbergen. Das Orotavatal gilt als das landwirtschaftlich meist genutzte Gebiet der Insel, das jedoch noch über eine einzigartige kulturelle und biologische Vielfalt verfügt. Seit den 1950er Jahren ist das Tal ein beliebtes Urlaubsziel für Naturliebhaber und Aktivtouristiker. Jedoch wird der natürliche Charakter dieser Landschaft immer weiter bedroht durch den Anbau großer Monokulturen. In den letzten 10 Jahren sind viele der repräsentativen Kulturen dadurch nicht nur in Vergessenheit geraten, sondern gelten heute vom Aussterben bedroht. Noch vor nicht allzu langer Zeit war die Insel aufgrund ihrer landwirtschaftlichen “Kostbarkeiten” sehr beliebt bei den Touristen und Naturalisten, es war eines der Markenzeichen Teneriffas. Viele Kleinbauern, die sich einer monostrukturierten Anbauweise verweigern und lieber viele unterschiedliche Kulturen anbauen und dabei kleine  Flächen bewirtschaften, werden zudem nicht durch die offiziellen Subventionen der Inselregierung unterstützt.

Der gemeinnützige Verein La Trilladora hat bereits in den letzten Jahren damit begonnen einige dieser lokaltypischen Sorten zu “adoptieren” und wieder anzubauen, um diese vom Aussterben zu bewahren.  Seit kurzem ist dabei zu beobachten, dass viele regionale Kleinbauern tendenziell mehr Wert auf eine ökologische Linie legen und nachhaltig arbeiten möchten. Gleichzeitig sind viele dieser Sorten bei den einheimischen Verbrauchern sehr beliebt und auch eine Reihe spanischer Spitzenköche hat die lokalen Kostbarkeiten für neue kulinarische Kreationen wiederentdeckt. Für Touristen sind sie zudem ein willkommenes inseltypisches Andenken, welches Urlaubserinnerungen in die heimischen Küchen bringt.

Ziel des Projektes „Sorten orten“ ist die Revalorisation von 24 verschiedenen Bohnen-, Getreide- und Gemüsesorten der Insel, um ein lokales „Saatgutkapital“ aufzubauen, das lokalen Landwirten die Möglichkeit zum nachhaltigen Anbau traditioneller Sorten bietet. Der Aufbau von lokalen und sozialen Netzwerken wird begleitend durch Seminare unterstützt, die gezielt die Weitergabe des Fachwissens zum Thema lokales Saatgut und ihre Handhabung in der Praxis vermitteln. Der Besuchergarten der Finca, in dem hinter die Kulissen des ökologischen Anbaus geschaut werden kann, wird durch agrarökologische Exkursionen für einen Anlaufplatz an dem Touristen und Kleinbauern zusammentreffen.

Projektziele:

Teilziel 1:

  • Anbau und Vermehrung des Saatgutkapitals (Sommerarten)
  • Beschilderung und Erstellung der Itinerar
  • Eröffnung des Besuchergartens

Teilziel 2:

  • Vermarktung der Sorten nach Prüfung des Gesundheitsamtes an lokale Landwirte
  • Nachhaltige Entwicklung eines landestypischen regionalen Produktes der verschiedenen Trockenbohnen, Gofio und Kultursaat, als Päckchen abgepackt, für den Verbraucher oder als regionales gekennzeichnetes Souvenir mit Biosiegel und Rezept für Touristen
  • Einrichtung einer Kommunikationsplattform und Aufbau eines sozialen Netzwerkes
  • Durchführung des Sommerseminars „Biologischer Anbau von Kulturpflanzenvielfalt“

Teilziel 3:

  • Anbau und Vermehrung der Arten (Winterarten)
  • Erstellung einer Broschüre mit Saatgutproben, Infos und Rezepten zu den Arten

Projekt-Steckbrief

Projektstandort
La Orotava, Teneriffa, Kanarische Inseln
Projektstart
19.10.2011
Projektdauer
2 Jahre
Projektkoordinator
Sandra-José Kober
Projektpartner
La Trilladora

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