16.03.2021

Nachhaltigkeit im Tourismus mitgestalten - interaktives Panel auf der ITB

Über 130 Teilnehmer aus aller Welt teilten am vergangenen Freitag ihre Visionen und Ideen zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung im Rahmen des ITB Panels „Co-creating sustainability in tourism – powered by Futouris“. Dabei wurden gemeinsam mit dem Publikum Impulse für die weitere Gestaltung eines nachhaltigen Tourismus nach der Corona-Pandemie gesetzt.

 

2020 war ein Ausnahmejahr; die Pandemie hat die ganze Welt – Reisende ebenso wie Unternehmen und Destinationen – gezwungen, einen Schritt zurückzutreten und Prioritäten neu zu setzen. Wie können Reiseunternehmen und Destinationen in Zukunft Rückschläge vermeiden und sich resilienter aufstellen? Welche innovativen Strategien sind notwendig, um einen nachhaltigeren Tourismus zu gestalten?

Unter diesen Fragestellungen kamen unter Moderation von Prof. Dr. Harald Zeiss am Freitagnachmittag virtuell sechs Vertreter der internationalen Tourismusbranche zusammen, um Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu finden und ihre Vision einer nachhaltigen Tourismusentwicklung mit dem Publikum zu teilen.

 

Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises, hob die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Kreuzfahrt für TUI Cruises hervor: Nachhaltigkeit in der Kreuzfahrt bedeutet für uns eine zentrale Fokussierung auf die globale Klimakrise und damit auf nachhaltige Konzepte für emissionsfreie Kreuzfahrten. Nachhaltige Kraftstoffe und alternative Antriebsformen sind die zentralen Hebel, um CO2 Emissionen zukünftig signifikant zu senken.“ Auch das Publikum bestätigte in der anschließenden Umfrage über das Abstimmungstool „Mentimeter“ den Fokus auf alternative Antriebstechnologien durch die Kreuzfahrtindustrie, gefolgt von der Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie Energie- und Wassersparmaßnahmen.

Gustavo Seguro Sancho, Tourismusminister von Costa Rica, hob die Bedeutung von Nachhaltigkeit für Destinationen hervor; durch die Corona-Pandemie steigen die Zahlen von bewussten Reisenden, die authentische Erlebnisse suchen. Das internationale Publikum sieht den Fokus auf Umwelt- und Naturschutz (28% der Stimmen) sowie das Wohlbefinden der Bevölkerung (18%) von zentraler Bedeutung, um eine nachhaltige Destination zu werden.

Ein gestiegenes Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit auf Seiten der Gäste und Tourismusunternehmen bestätigten auch Liisa Kokkarinen von Visit Finland sowie Gerald Kassner, Inhaber und Geschäftsführer von schauinsland-reisen. Kunden haben während der Pandemie ein neues Bewusstsein für die Themen Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit entwickelt.

Liisa Kokkarinen hob außerdem die Bedeutung der Zusammenarbeit miteinander hervor: „Durch die Integration von Nachhaltigkeit während der Pandemie können wir einen besseren und widerstandsfähigeren Tourismus aufbauen. Das können wir jedoch nicht alleine erreichen, nur gemeinsam können wir wirklich etwas bewirken.“

 

Auch wenn sich das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit durch die Corona-Pandemie bei Unternehmen und Reisenden verstärkt hat, warnt Prof. Dr. Julia Peters von der Hochschule Kempten zu glauben, dass Corona den Tourismus automatisch nachhaltiger macht. „Nur die Verantwortung eines jeden Reisenden kann uns diesem Ziel näherbringen.“

Die anschließende Frage nach Maßnahmen, die die Teilnehmer bereits für eine nachhaltige Tourismusentwicklung umsetzen, zeigt, dass die Verantwortung unter den Einzelnen bereits groß ist. Viele unterstützen die lokale Gemeinschaft bzw. lokale Betriebe und Hotels oder reisen mit der Bahn an, um auf Flüge verzichten zu können. Ebenfalls oft genannt wurden längere, dafür weniger häufigere Reisen, der Verzicht auf Plastik sowie eine nachhaltige Ernährung (bspw. lokale Produkte, weniger Fleisch).

Ralf Hieke, DRV-Vizepräsident und Inhaber des Reisebüros Strier, hob die Bedeutung von Expedienten und persönlichen Beratungsgesprächen hervor, denn „Expedienten sind die idealen Botschafter für nachhaltige Reisen. Sie kennen ihre Kunden, diese vertrauen ihnen und so können sie die Erwartungen der Kunden in persönlichen Gesprächen erfüllen und neue Erwartungen schaffen.“ Diese wurden vom Publikum mit 18% als 3. wichtigste Quelle für nachhaltige Reisen genannt – nach persönlichen Erfahrungen (45%) sowie Fakten und Bewertungen (22%).

Für Presserückfragen

Inga Meese
Geschäftsführerin Futouris e.V.
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