19.04.2018

Green Travel Transformation setzt neuen Impuls

Mit hochkarätiger Besetzung schließt das Projekt „Green Travel Transformation“ im Fraunhofer Forum heute auf der offiziellen Abschlusskonferenz: Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverband DRV sowie Ralph Schiller, Geschäftsführer FTI Group und Songül Göktas-Rosati, Geschäftsführerin ÖGER TOURS waren vor Ort.

 

Brancheneinheitliche Kennzeichnung für nachhaltig zertifizierte Hotels

Mit der Entwicklung einer brancheneinheitlichen Kennzeichnung für nachhaltig zertifizierte Hotels im Futouris-Projekt Green Travel Transformation hat die Tourismusbranche in puncto Nachhaltigkeit einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Bereits im Herbst 2017 wurde ein wichtiger Meilenstein mit der Einführung der neuen Markierung im Beratungs- und Angebotsvergleichssystem ´Bistro Portal´ sowie in den ersten Reisekatalogen erreicht. Im Rahmen der Abschlusskonferenz heute sind die Ergebnisse der Reisebüroevaluation vorgestellt worden. Ein zentrales Ergebnis: Über 60% der Befragten geben an, dass Nachhaltigkeit beim Verkauf von Reisen als Qualitätsargument dienen kann, die Kunden reagieren positiv.

Studien wie die F.U.R. Reiseanalyse sowie eine repräsentative Bevölkerungsbefragung der Leuphana Universität im Rahmen des Projektes hatten vorab gezeigt, dass bis zu 71% der deutschen Reisenden sehr an nachhaltigen Reiseangeboten interessiert sind, jedoch bislang nur 33% nachhaltige Aspekte bei der Buchung berücksichtigen, da häufig entsprechende Informationen nicht zur Verfügung standen. Mit der neuen einheitlichen Kennzeichnung wird sich das grundlegend ändern.

„Mit der Entwicklung einer einheitlichen Kennzeichnung für nachhaltig zertifizierte Reiseprodukte haben wir in der Branche den notwendigen Impuls für die Nachhaltigkeit gegeben. Und die positive Resonanz zu diesem Projekt zeigt, dass es Zeit war, diesen Schritt zu gehen“, freut sich Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorstandsvorsitzender Futouris e.V. „Gestartet ist das Projekt mit dem Reisebaustein „Hotel“, das eines, wenn nicht sogar das entscheidende Auswahlkriterium des Kunden bei der Buchung ist. Künftig sollen weitere Reiseleistungen gekennzeichnet werden. Der Anfang ist gemacht.

Einheitliche Kennzeichnung nachhaltiger Hotels nun auch bei FTI

Nachdem Thomas Cook als erster Reiseveranstalter das Signet in die Sommerkataloge 2018 der Marken Neckermann Reisen, Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection und Öger Tours aufgenommen hat, folgt nun FTI zur Wintersaison 2018/19. „Wir glauben fest an die Relevanz der Nachhaltigkeit für den Kunden. Mit der Integration der einheitlichen Kennzeichnung nachhaltiger Hotels im Katalog sowie in den Buchungssystemen vereinfachen wir Expedienten und Kunden die Suche und erleichtern aufgrund der vereinfachten Wiedererkennung eine raschere Buchungsentscheidung.“ so Ralph Schiller, Geschäftsführer der FTI Group. Einen Effekt, den auch ÖGER TOURS-Geschäftsführerin Songül Goktas-Rosati bestätigt: „In den ersten Reaktionen auf die Neueinführung in unseren Katalogen reagieren unsere Kunden und Reisebüros sehr positiv. Die einheitliche Zertifizierung schafft Vertrauen, eine rasche Orientierung und damit eine gute Entscheidungshilfe für Kunden, die an Nachhaltigkeit interessiert sind.“

Gezielte Kundenberatung in den Reisebüros durch Kennzeichnung

Lufthansa City Center und der Reisebürovertrieb der DER Touristik (DER Reisebüro, Derpart und die Mitgliedsbüros der DTPS) haben im Pilottest seit Herbst 2017 die Kennzeichnung in ihren Reisebüros ein-gesetzt und so die nachhaltigen Hotelangebote sichtbar gemacht. „Die Ergebnisse der Befragung unserer Reisebüros zeigen, dass Nachhaltigkeit für den Kunden relevant ist und in der Beratung einen echten Mehrwert bietet. Allerdings müssen die entsprechenden Angaben in den Informationssystemen weiter ergänzt und fortlaufend aktualisiert werden“, sagt Andi-Julian Leta, Geschäftsführer Lufthansa City Center Reisebüropartner GmbH. „Wir werden die Nachhaltigkeit im Reisebürovertrieb weiter forcieren und durch Schulungen und Trainings stützen.“ Alexander Breitkreutz, Geschäftsführer Reisebürobeteiligungen und Bereichsleiter IT und Prozesse DER Reisebüro ergänzt: „Die Kennzeichnung nachhaltiger Hotels hilft uns, Kunden nachhaltige Produkte bei der Urlaubssuche präsenter zu machen. Wichtig ist es, als nächstes beispielsweise genaue Hinweise zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der Hotels zu ergänzen, damit unsere Mitarbeiter in den Reisebüros Detailfragen zum Thema Nachhaltigkeit optimal beantworten und Kundenwünsche erfüllen können.“

Ein Feedback, dem auch Stephan Busch, CEO travel bridge und Entwickler des „Green Travel Index“ (www.greentravelindex.com), der dem Projekt zugrundeliegenden Datenbank nachhaltiger Hotels, nur zustimmen kann. „Die Integration des Signets „zertifiziert nachhaltig“ im Angebots- und Preisvergleichssystem „BistroPortal“ ist nur der erste Schritt. Zurzeit haben wir 6.000 Hotels weltweit mit einem anerkannten Nachhaltigkeitssiegel erfasst. Zusätzlich wird das jeweilige Zertifikat genannt, ein Link führt zu weiteren Informationen. Folgen werden detaillierte Informationen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen der zertifizierten Hotels.“ Die dazugehörigen Informationen werden in Zusammenarbeit mit GIATA über automatisierte Schnittstellen in die Systeme bei Reisebürovertrieb und -veranstalter eingespielt.

Die Forderung nach zusätzlichen Informationen und Schulungsangeboten zum Thema „Nachhaltigkeit“ kommt nicht überraschend. Im Rahmen des Projektes Green Travel Transformation wurde das DRV-Online-Schulungsprogramm „Green Counter“ weiterentwickelt und aktualisiert. Zusätzlich werden Präsenzschulungen angeboten. Mithilfe dieser Qualifizierung kann sich der stationäre Reisebürovertrieb als Kompetenzzentrum für nachhaltiges Reisen positionieren.

© Futouris

Durchweg positive Bilanz – Weitere Anbieter werden folgen

Prof. Dr. Edgar Kreilkamp zieht nun zum Abschluss des Projektes, das 2015 gestartet ist, eine durchweg positive Bilanz „Die Resonanz auf die einheitliche Kennzeichnung nachhaltig zertifizierter Hotels in der Branche – bei Veranstaltern wie Reisemittlern – ist durchweg positiv. Erfreulich ist sowohl, dass es bereits während der Projektlaufzeit gelungen ist, die neue Kennzeichnung in einzelne Kataloge einzufügen, als auch die positive Resonanz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Reisebüros. Das Thema Nachhaltigkeit wird immer häufiger in Beratungsgesprächen angesprochen. Ein weiteres Argument zur Betonung der Qualität der Hotelangebote.“

Auch wenn die Projektlaufzeit in Kürze endet, wird die Weiterentwicklung der adressierten Themen im Markt kontinuierlich fortgesetzt. Darüber hinaus arbeitet der Schweizer Reiseverband an einer Übertragung des Ansatzes in den eigenen Markt. Obendrein bestehen entsprechende Kontakte zu weiteren Ländern.

Förderer und Partner

Die neue Kennzeichnung wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts ´Green Travel Transformation´ durch die Projektpartner Leuphana Universität Lüneburg, Futouris e.V., travel bridge, Planet4People und Fraunhofer Umsicht entwickelt. Das Projekt „Green Travel Transformation“ ist eines von 30 Forschungsprojekten, die einen Beitrag zu „Nachhaltigem Wirtschaften“ leisten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert damit die Entwicklung von Perspektiven für eine ökologisch verträgliche, sozial inklusive und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Dafür stellt das BMBF in der Sozial-ökologischen Forschung rund 31 Millionen Euro bereit. Sie ist Teil der Leitinitiative Green Economy im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA).

Die Abschlusspräsentation finden die Sie zum Download auf der Projektseite.

Das Projekt

Green Travel Transformation, Deutschland

Ziel des Projektes ist es, im gemeinsamen Dialog mit der Tourismusbranche Lösungen zu erarbeiten, um das Angebot nachhaltiger Reisen zu steigern. Im Vordergrund stehen dabei die Sicht- und Buchbarkeit nachhaltiger Reiseangebote in den Reisebüros.

Für Presserückfragen

Futouris e. V.
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