2011

„Tropenwaldschützer II“, Kuba

Projektstandort

Alexander-von-Humboldt-Nationalpark, Kuba

Projektdauer und -start

3 Jahre, 2011-2013

Projektpate(n)

Neckermann Reisen Deutschland

Projektbeschreibung

Im wenig erschlossenen Osten Kubas, in den Provinzen Guantánamo und Holguin, liegt der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark. Dieser letzte große zusammenhängende Tropenwald mit einer Fläche von ca. 70 km2 wurde 2001 wegen seiner Größe, Höhenunterschiede, landschaftlicher Diversität und der Vielzahl an endemischen Arten in Flora und Fauna in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Er umfasst von Mangroven und vorgelagerten Riffen bis zu dem 1168 Meter hohen Gipfel des "El Toldo" alle wichtigen Landschaftselemente und Öko- systemtypen der Region und ist Teil des Biosphärenreservats Cuchillas del Toa. Der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark ist ein beliebtes Ziel für den nationalen und zunehmend auch für den internationalen Tourismus. Mit einer Fläche von mehr als 71.000 ha hat das Naturschutzgebiet darüber hinaus eine enorme Bedeutung als natürlicher Wasserspeicher für die Region und beherbergt zahlreiche endemische Arten der karibischen Flora und Fauna, die vom Aussterben bedroht sind.

Ein großes Problem für den Erhalt  – und damit auch für das touristische Potenzial des Gebiets – ist, dass die Erträge der Kleinbauern, die in der Randzone dieses einzigartigen Naturraumes leben, nicht ausreichen, um ihre Familien zu ernähren. Ihre Lebensbedingungen sind schwierig. Viele von ihnen leben in Holzhäusern ohne Strom, mit Böden aus gestampftem Lehm. Es fehlt an gesundheitlicher Versorgung ebenso wie an sauberem Trinkwasser. Da die Ackerflächen klein und die Böden ausgelaugt sind, haben die Bauern in der Vergangenheit neue Flächen im Schutzgebiet selbst gerodet und ihre Nutztiere frei laufen lassen. Freilaufende Nutztiere und illegaler Holzeinschlag verursachen starke Bodenerosion und die De- gradation der Vegetation, mit negativen Auswirkungen auf Grundwasser und Bodenfruchtbarkeit. So verursacht die Ausbeutung von Ressourcen zunehmend Armut und Hunger – und zieht weitere Umweltzerstörung nach sich. Trotz der Ausweisung von Schutzgebieten schreiten der Rückgang der natürlichen Waldflächen und die Verarmung der Bestände weiter fort. Gerade für kleinbäuerliche Familien stellt die Nutzung der Wälder für den Einschlag von Bau- und Feuerholz, aber auch durch den Verkauf von Stammholz eine potentielle Einkommensquelle dar. Zu diesen Bedingungen kommt erschwerend hinzu, dass in nahezu allen Gemeinden das Bewusstsein über Auswirkungen ihres Handelns und die Möglichkeiten der Veränderung nicht ausreichend entwickelt ist.

Ziel des Projektes ist daher, die Verbesserung der Lebensbedingungen der Familien im Umfeld des Naturschutzgebietes und ihre Einbeziehung in die Erhaltung und touristische Nutzung des Parks. Neben den Verbesserungen der Produktionsbedingungen sind Umweltbildung und Bewusstseinswandel wichtige Faktoren des Projekts. Der Aufbau einer Saatgutbank für bedrohte Baumarten in Zusammenarbeit mit dem Waldforschungsinstitut in Baracoa (Estación de Investigación Forestal de Baracoa) trägt direkt zum Erhalt der Biodiversität bei. Die Samen werden den Baumschulen im Gebiet für die Wiederaufforstungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Diese Aktivität ist ein Beitrag der Bevölkerung als Arbeitsleistung in Zusammenarbeit mit der Parkverwaltung. In Kuba arbeitet die Partnerorganisation, ACTAF  - Asociación Cubana de Técnicos Agrícolas y Forestales (nationaler Verband der Agraringenieure und Forstwirte), mit den 24 landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und den „Volksräten“ (Consejos Populares) der Dörfer Quibiján, Cayo Güin und Nibujón zusammen. Gemeinsam mit diesen Gruppen, dem Personal der Nationalpark-Verwaltung, Vertretern des Umweltministeriums sowie Lehrkräften von vier Schulen wird umwelt- freundliches Verhalten und das Bewusstsein für den Schutz des einzig- artigen Naturraums gefördert. Entsprechend dieser Strategie werden Veranstaltungen durchgeführt und Anschauungsmaterialien entworfen und verbreitet. Alle Erfahrungen im Projekt werden so aufbereitet, dass sie sich zur Übertragung auf andere Gemeinden eignen.

Projektziele

Hauptziel:

  • Das Projekt zielt darauf ab, durch die Verbesserungen der Lebensbedingungen der Bewohner der Pufferzone das touristische Potential des Humboldt-Parks zu erhalten und zu verbessern.

Teilziel 1:

  • Verbesserung der ökonomischen und sozialen Bedingungen der Bewohner der Pufferzone durch Diversifizierung und Anpassung der Produktionsmethoden an ökologische Bedingungen und Unterstützung von alternativen Einnahmequellen (z. B. Eco-Tourismus) in Kombination mit Naturschutz.

Teilziel 2:

  • Die Wiederaufforstung und Regenerierung der Böden und die Anlage von Saatgutbanken gefährdeter Arten.

Teilziel 3:

  • Umwelt- und Bewusstseinsbildung für unterschiedliche Zielgruppen und Erschließung von Einkommensquellen aus dem Tourismus (unter Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen in Kuba).

Projektpartner / Projektkoordinator

Projektorganisation: Welthungerhilfe

Lokaler Kooperationspartner: ACTAF  - Asociación Cubana de Técnicos Agrícolas y Forestales (nationaler Verband der Agraringenieure und Forstwirte)

Projektkoordinatorin: Walburga  Greiner

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